Free Social Media Icons – ist die Verwendung erlaubt?

, zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2014

Als Webdesigner war ich auch bisher auch immer mal wieder auf der Jagd nach ausgefallenen Social Media Icons für Webseiten. Die Standard Logos von Facebook, Twitter, Youtube und Konsorten passen halt nicht immer zu jedem Design. Da kommt es eigentlich gerade recht, dass viele Designer aus der ganzen Welt Varianten von den Logos erstellen und der Web-Community kostenlos zur Verfügung stellen. Finden kann man diese Icons einfach durch einen Suchterm wie “free social media icons”.

Je nach Lizenz kann dann für die Nutzung dieser kostenlosen Icons eine Namens- und Lizenznennung nötig sein oder sogar das Setzen eines Backlinks verpflichtend sein. Oft erlauben die Künstler die Nutzung aber sogar ganz ohne solche Zusätze.

Vereinfacht wird das Auffinden geeigneter Icons durch viele Datenbanken wie www.iconfinder.com oder http://findicons.com. Dort hat man nicht nur die Möglichkeit, über eine Suchmaske nach Icons und Logos für spezielle Begriffe zu suchen, sondern kann auch gleich noch Filter nutzen.

So lassen sich Icons nach Bildgröße, Lizenz oder sogar nach der Bildfarbe aussortieren. Gerade letzteres stellt für Webdesigner natürlich eine große Arbeitserleichterung dar, weil das Design oftmals nur eine eingeschränkte Farbwahl zulässt.

So weit so gut – aber gibt es rechtliche Bedenken?

Dieser Eintrag klingt jetzt erst einmal sehr positiv. Allerdings bin ich seit einiger Zeit nicht mehr sicher, ob und in wie weit die Nutzung abgewandelter Markenzeichen überhaupt zulässig ist.

Die großen Portale halten dazu meist extra Bestimmungen bereit. Facebook erklärt in seinem “brand permission center” (http://www.facebook.com/brandpermissions/logos.php), dass zum Verlinken des Facebook-Profils allein das “f” Logo genutzt werden darf. Schon nach diesem ersten Hinweis finden sich schnell Verstöße auf Webseiten, die die ganze Bild- und Wortmarke als Link nutzen.
Des weiteren heisst es dort “you may not modify the “f” logo in any other way (such as by changing the design or color)”. Man darf also das Design des Logos nicht verändern. Es werden auch einige veränderte Beispiele gezeigt, die in Richtung dessen gehen, was man manchmal auf Webseiten sieht. Damit sind meiner Meinung nach alle von Designern selbst erstellen Facebook-Logos hinfällig. Schade, denn eine Suche unter Findicons.com – http://findicons.com/search/facebook – fördert viele kreative und schöne Designs zu Tage.

Wie steht es um die anderen Social Media Portale?

Ganz ähnlich lauten die “Richtlinien für Twitter-Markenzeichen” von Twitter, einsehbar unter https://twitter.com/logo. Demnach ist nur die Nutzung des Twitter-Vogels in einigen Farbvarianten erlaubt. Gerage für dieses Vogel-Logo gibt es viele teils süße, teils lustige Abwandlungen. Nach den Ausführungen der Richtlinien mit anschaulichen Beispielbildern werde ich von der Nutzung dieser Custom-Logos allerdings Abstand nehmen. Auch der kleine Buchstabe “t”, der oft genutzt wird, ist hier übrigens unter den verboten Varianten.

Auch das neuere Google+ liefert seine eigenen “Brand guidelines”: https://developers.google.com/+/branding-guidelines?hl=de. Auch hier gilt: “: Unabhängig vom Text dürfen Sie das Symbol auf der linken Seite der Schaltfläche abgesehen von der Größe nicht modifizieren”, also ein Skalieren in andere Größen ist erlaubt, sonstige Modifikation nicht.

Für das große Videoportal Youtube finden sich Logos nur für Pressenutzung, nämlich unter http://www.youtube.com/t/press_room_image_files. Da Youtube aber seit längerem zum Konzern Google™ gehört, wird unter der oben genannten URL auch auf die “Richtlinien für die Verwendung von Google™ -Marken durch Dritte” verwiesen, welche sich unter http://www.google.de/permissions/guidelines.html finden.

Auch das beliebte Bilderportal Pinterest stellt eigene Logos unter http://pinterest.com/about/goodies/ zur Verwendung bereit. Das “Manipulieren dieser Grafiken” ist nicht erlaubt, wobei diese Formulierung in meinen Augen sehr vage ist.

Ich möchte es bei der Aufzählung dieser Portale belassen, da sie die bekanntesten und meist genutzten sind. Gleiches gilt sicher für viele Portale.

Meine Konsequenz für die Nutzung von Social Media Icons

Ich ziehe für mich die Konsequenz, dass ich in zukünftigen Designs und natürlich auf meiner eigenen Seite nur noch die offiziell erlaubten Logos verwende. Wenn Sie sich farblich schlecht einfügen, ist eventuell die Verwendung in schwarz-weiss eine Alternative, da zumindest Facebook diese Variante unter der Voraussetzung technischer Schwierigkeiten explizit erwähnt.

Mir ist auf der anderen Seite noch kein Fall einer Abmahung bekannt wegen der Nutzung individueller Icons. Ich würde mich freuen, hier ein paar Meinungen von Anwälten zu erhalten. Und natürlich interessiert mich, wie ihr das in Zukunft halten werdet mit den Icons.

2 Kommentare

  • Boris Trinkler sagt:

    Also ehrlich gesagt, habe ich noch nie von diesen Bedenken gehört.
    Naja, berechtigt sind diese wohl. Doch da sich Facebook einen Dreck um die Rechte seiner Nutzer kümmert, ist es sicherlich ethisch vertretbar, diese Regel zu brechen.
    Millionen von Webseitenbetreibern halte sich wohl ebenfalls nicht daran.
    Von Abmahnungen habe ich diesbezüglich nie etwas gehört.

    Gut – Ich lebe in der sicheren Schweiz und mich würde es überhaupt nicht erstaunen, wenn die wahnisinnigen deutschen Abmahnanwälte oder besser Abmahnterroristen auf dumme Gedanken kämen.

    Aber sowas kann wohl nur in Deutschland passieren. Und Ihr habt schon wieder falsch gewählt. Bäh…..

  • Willi sagt:

    Hallo Herr Merkel.

    Der Artikel ist sehr hilfreich. Ich selbst war hin- und hergerissen ob ich beispielsweise von findicons diese social icons verwenden soll. Mit Ihrem sehr guten Blog-Beitrag ist meine Entscheidung gefallen. Ich werde es nicht tun. Ich werde niemand einen Grund mich abzumahnen auf dem Silbertablett servieren. Wenn facebook und Co. es nicht wollen, dann werde ich es eben lassen.

    Beste Grüße
    Willi Nopper

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    Thomas Merkel unterstützt kleine Unternehmen und Selbstständige im Bereich Online Marketing. Er steht ein für eine ganzheitliche Betrachtung, bei der Design, Psychologie und Analytik eng verzahnt zusammenarbeiten: der clevere Webdesign Prozess.
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